Zähne und Psyche - wie hängt hier alles zusammen?

Aktualisiert: 25. Sept 2020


"Die Zähne sind das Spiegelbild unserer Seele", "... du musst eben einfach die Zähne zusammenbeißen".

Sicherlich hast du diese und ähnliche Redewendungen bereits gehört. Doch was ist dran an Ihnen und wie ist der Zusammenhang zwischen Zähnen und deiner Psyche? Können Zähne einen Einfluss auf deine Psyche haben und umgekehrt?


Ich möchte gerne mit unserer Kindheit beginnen, um dir zu erklären wie tief verwurzelt unsere Zähne mit unserem Leben überhaupt sind. Unser Mund ist bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase im Kindesalter so wichtig, dass man diesen Zeitabschnitt als die "orale Entwicklungsphase" bezeichnet.

Der Mund ist der erste Körperbereich, durch den wir schon im Säuglingsalter zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen, z.B. durch das Stillen und die Verbindung zur Mutter.

Wer in dieser frühen Phase mit zwischenmenschlichen Problemen zu kämpfen hatte, dem kann das auch im weiteren Leben zwischenmenschliche Schwierigkeiten bereiten, so lautet die Schlussfolgerung des bekannten Psychoanalytikers Sigmund Freud. Natürlich möchte ich hier nicht zu sehr in psychoanalytische Details eintauchen und sicherlich ist der komplexe Zusammenhang von Zahngesundheit und Psyche nicht so simpel zu beschreiben. Dennoch wird schnell klar, unser Mund hat noch eine andere Aufgabe als uns zu ernähren, nämlich eine psychologische.

Außerdem ist unser Mund nicht nur ein zentraler Bereich des Kopfes und das Kommunikationszentrum schlechthin, sondern er ist auch durch eine Vielzahl von Nerven durchzogen, die seine Region überaus sensibel machen.

Unser Mund dient uns als Ausführungsorgan einer Reihe von lebensnotwendigen biologischen Aktivitäten, wie dem Kauen, Beißen und Schmecken. Aber auch auf psychologischer Ebene ermöglicht es uns den emotionalen und intimen körperlichen Kontakt zu unseren Mitmenschen.

All diese Funktionen stehen in direkter Verbindung mit unserer Gemütslage und unserer Stimmung. Aber auch mit körperlichen Abläufen, wie der Steuerung von unserem vegetativen Nervensystem, Einflüssen auf unser Hormonsystem und vielen mehr hängt unser Kausystem eng zusammen.


Nun weißt du also, wie eng deine Zähne in Zusammenhang mit deinem Körper und deiner Psyche stehen.

Haben wir nun also kaputte, schmerzende, fehlende und unansehnliche Zähne, so wirkt sich dies nicht nur auf unsere Kommunikation und den Kontakt mit unserer Umwelt aus. Wir werden unsicherer und fühlen uns unwohl oder gar unattraktiv und es entsteht dadurch möglicherweise auch eine negative Haltung gegenüber uns selbst - unsere Psyche leidet.

Andersherum können gesunde und schöne Zähne ohne Schmerzen unseren Kontakt zur Umwelt deutlich verbessern. Wir fühlen uns wohl, stark und attraktiv und können unseren Mund als Zentrum unserer Kommunikation und zärtlicher Kontakte uneingeschränkt nutzen.


Doch auch umgekehrt kann unsere Psyche Auswirkungen auf die Zähne haben. Leiden wir unter Stress oder Ängsten, bauen wir diese häufig durch ein Knirschen oder Zusammenpressen unserer Zähne ab. Häufig geschieht dieser Stressabbau unbewusst oder nachts. Dauerhafter Stress kann durch eine Überbelastung unseres sensiblen Kausystems somit also auch umgekehrt zu Schmerzen und Beschwerden an unseren Zähnen führen. Es muss also nicht immer Karies oder eine mangelhafte Mundhygiene die Ursache für Zahnschmerzen sein, sondern auch emotionale Faktoren können zu Beschwerden, Verspannungen und Schmerzen in unserem sensiblen Kauorgan führen.


Wenn wir uns all dieser Informationen bewusst werden, dann wissen wir, wie wichtig es ist für eine optimale Zahngesundheit zu sorgen. Jedoch dürfen wir auch genauer hinschauen, wenn unsere Zähne oder der Kiefer schmerzen, ohne dass eine konkrete zahnmedizinische Ursache vorliegt.


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Deine Sarah