Mit Ayurveda zu mehr Zahngesundheit

Aktualisiert: Jan 2


Ayurveda - wir haben alle schon davon gehört, doch was bedeutet Ayurveda überhaupt und welchen Einfluss kann der Ayurveda auf unsere Zahngesundheit haben? Das Wort “Ayurveda” stammt aus dem Sanskrit, der alten indischen Sprache und setzt sich aus “Ayus” - “das Leben” und “Veda” - “die Wissenschaft” zusammen. Ayurveda meint also übersetzt die “Wissenschaft des Lebens” und ist ein traditionelles, indisches Heilsystem - eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen in Zusammenhang mit seiner Natur, welches bis heute seine Gültigkeit besitzt. Ayurveda ist weitaus mehr, als nur ein bisschen Wellness und indische Gewürze und er lässt sich wunderbar unkompliziert in unseren Alltag integrieren, um uns zu besserer Gesundheit und einem glücklichen Leben zu verhelfen. Wir können den Ayurveda als eine Art “Lebensstilmedizin” verstehen, die nicht erst ihre Funktion erfüllt, wenn wir bereits krank sind, sondern viel mehr schon weit davor ansetzt, indem Krankheiten und Störungen bereits verhindert werden, bevor sie entstehen. Anders als die Schulmedizin, welche hauptsächlich erst eingesetzt wird, wenn die Symptome schon da sind, macht der Ayurveda deren Ursachen frühzeitig ausfindig und kann hier an der Wurzel der Krankheitsentstehung ansetzen. Wer sich bereits mit dem Ayurveda auseinandergesetzt hat, dem mag er zunächst ein wenig exotisch und kompliziert erscheinen, doch wenn es uns gelingt, uns darauf einzulassen und die Empfehlungen für unsere heutige Zeit anzupassen, dann eröffnet sich uns seine tiefe Weisheit und grenzenlose Gültigkeit. Die Lehre des Ayurveda betrachtet den Menschen als einen Mikrokosmos im Makrokosmos - das bedeutet, der Mensch ist untrennbar von der äußeren Umwelt und der Natur. Alles, was wir in der Natur beobachten können, finden wir auch in uns wieder. Im Ayurveda beschreiben wir die drei Bioenergien (die Doshas) Vata, Pitta und Kapha, welche uns beeinflussen und ständig wirksam sind. Diese Grundprinzipien herrschen in jedem von uns in individueller Konstellation vor und sind für alle biologischen Abläufe und Stoffwechselvorgänge verantwortlich. Durch eine genaue Analyse kann der individuelle Konstitutionstyp bestimmt werden. Befinden wir uns in unserem individuellen Dosha-Gleichgewicht, so sind wir bei guter Gesundheit, unser Immunsystem ist stark und Krankheiten haben keine Chance sich zu entwickeln. Den größten Einfluss hat im Ayurveda unsere Verdauungskraft, unser “Agni” - das “Verdauungsfeuer”. Es sorgt dafür, alle Stoffwechselprozesse zu verarbeiten und unsere Nahrung richtig zu verdauen. Als Nahrung wird hier nicht nur unsere Ernährung angesehen, sondern alle Informationen, denen wir täglich ausgesetzt sind, wie z.B. Sinneseindrücke, Gedanken und Umwelteinflüsse. Wird all dies vollständig verdaut, so kann sich kein “Ama”, kein “Stoffwechselrückstand” ansammeln und unsere Funktion stören. Wir arbeiten dann auf “höchster Flamme” und bleiben bei bester Gesundheit. Wird dieses “Agni” jedoch geschwächt, z.B. durch unpassende Ernährung oder ungesunde Tagesroutinen und Stress, so kann es nur auf schwacher Flamme lodern und es fallen Stoffwechselrückstände an, welche uns auf Dauer krank machen. Im Ayurveda geht es daher stets darum, das Agni auf vollster Flamme lodern zu lassen und dies setzt voraus, dass unsere Doshas ausgeglichen sind. Wenn wir unsere eigene Konstitution kennen, können wir also ganz einfach durch individuelle Ernährung und allem, was uns gut tut, für unser eigenes Dosha Gleichgewicht sorgen und unser Verdauungsfeuer stärken. Soweit so gut - doch was haben unsere Zähne damit zu tun? Unsere Mundhöhle stellt die Verlängerung unseres Magen- Darm- Traktes dar. ​In Zähnen, Zunge, Schleimhaut und im Speichel spiegelt sich der Zustand unseres ganzen Körpers wieder. Liegt bei einer Störung “Ama” vor, so gilt es dieses aus dem Körper heraus zu befördern. Besonders über die Nacht können sich Ama Rückstände auf der Zunge ablagern, welche nicht zuletzt auch zu Krankheiten wie Parodontitis, Zahnfleischentzündungen, vermehrter Kariesaktivität oder schmerzempfindlichen Zähnen führen können.


Olivenöl kann alternativ eingesetzt werden

Hierbei kann uns “Gandusha”, die tägliche Mundspülung mit Öl, idealerweise Sesamöl helfen. Viele Bakterien und Toxine, welche sich in der Mundhöhle ablagern sind nicht wasserlöslich, sondern lassen sich nur durch Öl binden. Tägliches Ölziehen von 3-5 Minuten, und eine anschließende Zungenreinigung mit einem metallischen Zungenreiniger lösen die Toxine aus unserem gesamten Organismus und sorgen zusätzlich für eine gute Mundhygiene. Auch bei Mundgeruch und Zahnverfärbungen ist das Ölziehen sinnvoll. Natürlich ist das tägliche Zähneputzen, sowie die Reinigung der Zahnzwischenräume ebenso unabdingbar. Weiterhin empfiehlt es sich morgens nach dem Aufstehen ein großes, warmes Glas Wasser zu trinken, um die Verdauung ordentlich anzukurbeln. Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass wir mit einer ausgewogenen und ayurvedischen Ernährung, unserer persönlichen Tagesroutine und der passenden Mundpflege nicht nur für eine optimale Zahngesundheit, sondern für ein allgemein besseres Wohlbefinden und ein starkes Immunsystem sorgen können. Bringen Sie Ihre Doshas ins Gleichgewicht und lassen Sie ihr Agni auf höchster Flamme lodern! Wenn Sie mehr Tipps, etwa zu Ihrer persönlichen Konstitutionsbestimmung oder zum Thema Ayurveda bekommen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Quellen: Dr. med. Janna Scharfenberg, Ayurveda for life, südwest Verlag, 1. Auflage 2019, S. 16-29 https://www.ayurveda101.de/info/magazin/gandusha-entgiften-durch-mundspuelen-mit-oel https://www.ayurveda-journal.de/gandusha-gesundheit-mund/ https://www.ayurveda-portal.de/ayurveda-artikel/allgemein/2069-gesunde-zaehne-ayurveda- ganzheitlich-betrachtet-pflege