Yoga und CMD? Wie Yoga CMD Beschwerden vorbeugen & lindern kann

Aktualisiert: Jan 2



CMD - darunter versteckt sich der komplizierte Begriff “craniomandibuläre Dysfunktion”.


Viele Patienten haben diesen Begriff nicht nur mehrfach gehört, sondern beschäftigen sich auch mit dessen Symptomen oder leiden sogar darunter.

Doch was bedeutet eigentlich CMD? Haben wir denn plötzlich alle Probleme mit dem Kiefer und wie kommt es zu dieser Häufung an Menschen, die über Beschwerden im Kieferbereich klagen?

Vereinfacht lässt sich der Begriff CMD in einem Ungleichgewicht, einer Störung unseres Kausystems darstellen. Dieses Ungleichgewicht betrifft die sensiblen Strukturen unseres Kopfes, wie unsere Kiefergelenke, die Kaumuskulatur und nicht zuletzt unsere Zähne, welche in direktem Zusammenhang mit unserem Kausystem stehen.

Doch nicht nur die einzelnen Strukturen des Kopfes, Kiefers und die Zähne sind es, die hier eine Rolle spielen, sondern vielmehr ist es ein ganzheitliches Zusammenspiel vieler Faktoren. Und damit wird es nun also kompliziert. Oder doch nicht?


Wie kommt aber hier nun Yoga ins Spiel?


Yoga hat seinen Ursprung in Indien und ist eine philosophische Lehre, deren Anfänge mehrere tausend Jahre zurückreichen. Übersetzt aus dem Sanskrit bedeutet das Wort “Yoga” soviel wie Einheit oder Harmonie.

Einheit und Harmonie mit allen Lebewesen und unserer Welt, der Schöpfung, dem Universum.

Durch körperliche Übungen ermöglicht uns Yoga, unseren Körper und unseren Geist miteinander zu verbinden und vor allem aber unser tägliches Gedankenkarussell zu stoppen.

Das Wort “Stress” ist in aller Munde und prägt unsere westliche Welt mehr denn je.

Laut der WHO wird Stress sogar als größter gesundheitsgefährdender Faktor des 21. Jahrhunderts angesehen.

Ein gesunder Umgang mit Stress, die Entwicklung der sogenannten Stressresilienz sollte daher unser Nummer eins Baustein sein, wenn wir uns gesundes Leben schaffen wollen.

Unser Alltag besteht aus einer Überflutung an Reizen aus den Medien, der digitalen Welt, einer Vielzahl an Verpflichtungen, welche uns durch unsere Gesellschaft und doch größtenteils von uns selbst auferlegt werden. Wir stehen ständig unter Strom, haben keine Zeit mehr für unsere eigentlichen Bedürfnisse, wollen es allen recht machen und immer gute Leistungen bringen. Wir stecken unsere Energie in alles, aber am allerwenigsten in uns selbst. Wir sind längst losgelöst von unserer Umwelt, der Natur und am allermeisten von uns, unserem Körper und unserem Geist.

Und genau auf dieser Ebene entsteht Stress und die Wurzel aller Probleme. Wir können nicht mehr wahrnehmen, welche Signale uns unser Körper sendet. Einfache Signale wie Hunger, Durst und Müdigkeit oder Erschöpfung werden nicht mehr wahrgenommen. Wir haben es verlernt unserem Körper zuzuhören oder ignorieren ihn bewusst.

Wenn wir es wieder erlernen, unserem Körper zuzuhören und hinzuschauen wenn er uns Signale sendet, können viele Krankheiten verhindert werden und gar nicht erst entstehen.

Diese Verbindung von Körper und Geist können wir durch Yoga erreichen und uns somit ein entspanntes, gesundes und glückliches Leben schaffen.


“Gründe, die Zähne zusammen zu beißen”


Die hohen Belastungen, die wir im Alltag erleben führen sprichwörtlich dazu, dass wir “die Zähne zusammenbeißen” um unseren emotionalen Stress zu bewältigen.

Mit bis zu 500 kg pressen wir die Zähne zusammen und unsere Kaumuskeln und Kiefergelenke halten diesen Belastungen stand. Jeder kann sich ein Bild davon machen, dass unser Kauorgan dieser Belastung auf Dauer nicht gerecht werden kann und sich Verspannungen und Beschwerden entwickeln.

Natürlich haben auch unsere Zahnstellung und viele weitere Faktoren einen Einfluss auf die resultierende Fehlbelastung, doch darauf soll in diesem Artikel nicht näher eingegangen werden.

Von viel größerer Wichtigkeit ist es, die zugrunde liegenden Ursachen für das Zähneknirschen zu beheben, also den Dauerstress zu minimieren.


Yoga entspannt Körper, Geist und Seele - aber was kann Yoga noch?


Dass Yoga uns helfen kann, unseren Geist zu entspannen und uns wieder mit uns in Einklang zu bringen haben wir also nun gelernt. Doch welche weiteren Vorteile bringt er uns?

Wenn wir die körperlichen Erfolge betrachten, so bringt uns eine regelmäßige Yogapraxis einen längeren und tieferen Atem, eine gesunde Körperhaltung, mehr Muskelkraft, eine deutlich erhöhte Flexibilität unserer Wirbelsäule und Gelenke, sowie eine verbesserte Körperwahrnehmung. Die Vorteile sind mannigfaltig. Besonders zwischen Büro, Schreibtisch und wenig Bewegung im Alltag breiten sich Rückenprobleme immer häufiger aus. Wir bewegen unsere Wirbelsäule kaum noch und machen wenig Gebrauch von unserem gesamten Bewegungsspielraum. Die Kreuzwirbelsäule wird uns zum Verhängnis, es zwickt und zieht im unteren Rücken und der Nacken tut weh. Wir klagen über Spannungskopfschmerz, Energielosigkeit und schlaflose Nächte. Schon lange wissen wir, dass Beschwerden nicht nur am Ort ihrer Ausprägung wirken, sondern sich über unseren gesamten Bewegungsapparat verteilen. So können zum Beispiel Schmerzen in der Lendenwirbelsäule zu Problemen des Kieferbereiches werden und umgekehrt.

Schaffen wir uns also eine gesunde und flexible Wirbelsäule und einen starken Bewegungsapparat, bekommen unseren Kopf frei und bringen uns in Einklang mit unseren Bedürfnissen, so können wir den meisten Beschwerden vorbeugen und vielleicht ja sogar eine CMD verhindern, bevor sie überhaupt entstehen kann und deren Symptome deutlich lindern.


Sarah Hinrichs


Quellen:

https://yogahilft.de/yoga-therapie-die-besten-uebungen-gegen-kieferschmerzen-cmd-syndrom/

https://www.gzfa.de/diagnostik-therapie/cmd-craniomandibulaere-dysfunktion/cmd-ursachen/https://www.trainingsworld.com/sportmedizin/verletzungsprophylaxe/cmd-richtig-behandeln-alltagstipps-und-effektive-uebungen